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TÖRNBERICHT

 Mai & Oktober 2006

Segeln in der Adria Dalmatien

Impressionen

Blick aus dem Fenster des Restaurants "Luna" in Tribunj,

Einer von vielen Wasserfällen im Krka Nationalpark.

Primosten, eine Perle in der Adria

Unter Fock I lief unser Schiff bis zu 10 Knoten Geschwindigkeit.

Mai 2006

Für die Strecke von 1356 Kilometer Berlin - Zadar über Passau benötigten wir ca. 12,5 h. Wie jedes Jahr segeln wir in der Zeit über den Himmelfahrtstag vor Pfingsten, diesmal haben wir uns dafür 10 Tage Zeit genommen.

In Zadar übernahmen wir eine Bavaria 44 von Kiriacoulis. Für unsere aus vier Personen bestehende Crew hatten wir ausreichend Platz, das Schiff lies sich ausgezeichnet bedienen. Unser Schiff stand direkt in der Stadt Marina und mit dem Fährboot erreichten wir in 5 min. die Altstadt von Zadar.


Heckseitig liegen wir an der Pier in Sali auf der Insel Dugi Otok, direkt vor einer Bar welche 24x7 operiert. Im Ort befinden sich verschiedene Tavernen, ein Bankautomat und ein Market, von welchen wir uns mit frischen Brot versorgt haben.


Weiter ging die Fahrt durch die Kornaten. Wir passierte hier eine sehr gut ausgetonnte Durchfahrt mit dem Namen Mala Poversa. Unser Ziel war die ACI Marina Panitula neben der Insel Piskera.


In der Marina gibt es ein empfehlenswertes Restaurant mit frischem Fisch auf der Speisekarte. Alle Einrichtungen sind vorhanden und von ausgezeichneter Qualität. Die Liegegebühren betragen bei ACI immer einheitlich 53 Euro für unsere 14 Meter lange Segelyacht.


Unser nächstes Ziel war Skradin. Wir kreuzten mit gerefften Segeln bei 25Knoten Wind durch die Inseln und segelten an Sibenik vorbei durch die zwei Brücken bis in die ACI Marina von Skradin.


Wer die Hafengebühr sparen möchte, kann in der gegenüberliegenden Bucht vor Anker liegen und setzt nach Skradin mit dem Dingi über. Da sich in diesem Fjörd sehr viele Muschelzuchtgebiete befinden, empfehle ich für das Abendessen im Restaurant "PRSTAC" frische Miesmuscheln. Das Restaurant befindet sich in der Zweiten Reihe.


Zu den Wasserfällen in den Nationalpark müssen die Fährboote benutzt werden. Diese legen ab 8 Uhr Morgens stündlich ab.


Der Eintritt kostete pro Person 50 Kuna. Eine ausgedehnte Wanderung durch den Nationalpark ist lohnenswert. Es gibt hier sehr viele kleine Wasserfälle. Die Vegetation ist üppig und hat Dschungelcharakter.


Von Skradin geht es wieder zurück an Sibenik vorbei auf die schöne blaue Adria. Unser nächstes Ziel ist Primosten.

Primosten ist ein schöner kleiner Badeort mit allen nötigen Einrichtungen.


Den letzten freien Platz an der Pier konnten wir uns gegen 17:00 Uhr noch ergattern. Ansonsten gibt es genügend Raum zum Ankern in der Bucht. Unterhalb der Kirche befinden sich einige Tavernen mit einem Ausblick auf die Adria. Mit etwas Glück ist es möglich in der untergehenden Sonne ziehende Delphine zu beobachten. Besser ist es dort nur ein Glas Wein zu trinken, die guten Küchen haben sich in der Stadt versteckt.


Primosten lassen wir hinter uns zurück und kreuzen bei gutem Süd-Ost Wind ca. 44 Seemeilen bis Trogir. Die Altstadt von Trogir steht unter dem Schutz der UNESCO und zählt zu den Weltkulturerben.

In Trogir machen wir in der ACI Marina fest. Ankern nördlich vor der Altstadt ist auch möglich und definitiv billiger.


Trogir ist auch ideale Ausgangsbasis für einen Segeltörn in die Kornaten oder in den Süden nach Dubrovnik. Es befindet sich ein Flughafen in der Nähe der Stadt. Vercharterer sind in der ACI Marina gegenüber der Altstadt präsent. In Trogir möchte ich das Restaurant "Monika" empfehlen. Die Speisen wurden auf einem Grill zubereitet und waren sehr frisch.


Besonders möchte ich den Markt am östlichen Kanal der Altstadt empfehlen, dort bleiben für die Verproviantierung eines Schiffes keine Wünsche offen. Mit einem guten Dingi ist der Markt auch über den Stadtkanal zu erreichen.


Die Reise ging weiter zur Insel Brac nach Milna. Die ACI Marina liegt in einer tiefen Bucht und bietet den gewohnten Komfort. Ankern in der Bucht ist ebenso möglich, da in der Hochsaison die 170 Liegeplätze schnell vergeben sein können.

Unser Bug tauchte nun wieder Richtung Norden ein und verschlang die 52 sm bis Murter. In Murter machten wir in der Marina Betina fest. Hier ein Blick vom Hafen zur Einfahrt, welche ausgetonnt ist und unbedingt zwischen der Roten- und Grünen Tonne befahren werden soll.


Der kleine Ort Betina verfügt über Restaurants und einigen Versorgungsmöglichkeiten. Die Marina entspricht dem ACI Standart und ist sehr modern. Ein Hafen mit vollständigem Service für Langzeitsegler. Murter ist mit dem Festland verbunden, somit auch interessant als Charterbasis, als Ausgangspunkt für einen Törn in die Kornaten.

Über Veli Iz ging es dann zurück nach Zadar, in den Ausgangshafen. Mitten in Veli Iz haben wir ein sehr kleines Restaurant mit dem Namen "Galija" entdeckt. Dieses Restaurant wird durch eine Familie geführt und verfügt über ausgezeichnete Speisen.

Navigiert wurde mit SeaClearII und dem entsprechenden Kartenmaterial der Kroatischen Küste. Nautische Hilfsmittel waren das Küstenhandbuch Kroatien von Edition Maritim sowie möchte ich den „Hafen- und Ankerplatz Atlas“ von Karl-Heinz Beständig empfehlen.



Oktober 2006

Diesmal legten wir für die Strecke von ca. 1400 Kilometer von Berlin nach Murter einen Zwischenstopp in Graz ein. Wir waren überrascht von dieser wunderschönen Stadt, welche wir unter Sternenhimmel mit nächtlicher Beleuchtung erlebt haben.


Nach weiteren 4,5 h Fahrt über Maribor (Slowenien) und die neue Autobahn Zagreb - Split kamen wir in Murter am frühen Nachmittag an. Wie übernahmen unser Schiff einen Jeanneau Sun Odyssey 37. Nach dem Motto: "Je größer das Schiff desto bequemer das Segeln" hat es unseren Ansprüchen für 2 Erwachsene und ein Kind vollends genügt. Es liegt sicher im Wasser, lässt sich gut bedienen und bietet ausreichend Platz.


So erlaubten wir uns auch, am Tag nach der Übernahme bei stetiger Bora, auf dem Windmesser waren stetig 44 Knoten abzulesen, auszulaufen.


Der Wind wehte mit ca. 44 Knoten stetig. Da der Himmel blau war und am Abend mit einer Abschwächung der Bora gerechnet wurde, entschieden wir uns aus dem Hafen auszulaufen. Wir wollten den Wind nutzen um 45 sm südlich Primosten anzusteuern. Die Herausforderung dabei waren eindeutig die Hafenmanöver. In unserem Fall flaute die Bora gegen 19:00 Uhr auf ca. 20 Knoten ab. So erreichten wir kurz nach dem Sonnenuntergang den kleinen Stadthafen von Primosten.


Zum Adria Wetter, welches sehr schnell wechseln kann, rate ich dringend Informationen einzuholen. Ein Plausch mit anderen Seglern oder den Angestellten im Hafen kann dabei hilfreich sein. Ansonsten wird regelmäßig auf den Funkkanälen das Wetter durchgegeben. Die Kanäle und Zeiten sind den Charterunterlagen zu entnehmen. Ein lokaler Dienst sendet mehrmals am Tag ein Wetterbericht per SMS.


Die Bora weht immer aus Nördlicher Richtung. Es wird zwischen zyklonaler - und antizyklonaler Bora unterschieden. Die zyklonale Bora findet unter geschlossener grauer Wolkendecke statt und ist meistens mit Regen verbunden. In diesem Fall ist dringend das "abwettern" in einem sicheren Hafen geboten. Die Antizyklonale Bora mit Windstärken bis zu 50 Knoten also bis zu 10 Beaufort, findet bei strahlend blauem Himmel statt und lädt zum segeln unter Sturmfock ein. Der Vorteil in den Kornaten ist, das die Bora ablandig weht und sich somit keine großen Wellen aufbauen.


Nach zwei ruhigen Tagen in Primosten sind wir mit mäßigem Westwind in den Norden mit Ziel "Skradin" gesegelt. Ein Besuch des Krka Nationalparks, war in unserer Segeltour fest eingeplant.


Auf der Rückfahrt planten wir einen "Abstecher in Sibenik ein. Von Skradin kommend liegt Sibenik auf Backbordbug und bietet einen reizvollen Anblick.


Auch der Stadtkern ist reizvoll und ein Besuch der alten Festung lohnt sich allein schon wegen der schönen Aussicht über die Kornaten.

An der Stadt Pier lagen wir jedoch sehr unruhig und waren mit dem Einlaufen der ersten Fähre, vor Sonnenaufgang, wach.


Weiter ging es mit einem kurzen Abstecher nach Zlarin und bei Westwind um die 5 Windstärken kreuzten wir ganz gemütlich nach Tribunj. Dieses Dorf mit ca. 1500 Einwohnern ist eine kleine Idylle direkt an der Adria.


Der neue Yachthafen in der Nähe des Ortes ist der modernste, den ich in Kroatien kennen gelernt habe. Dies macht sich auch an den stolzen Liegegebühren von ca. 300 Kuna (ca. 40€) für unser Schiff fest.


Sehr empfehlen möchte ich das Restaurant "Luna" in Tribunj. Es hält einen eigenen Anlieger bereit, welcher auch für große Segelyachten (für 50 Fuß kein Problem) geeignet ist. Vor allem, wenn auf der "Durchfahrt" nur die leeren Segler-Mägen gestopft werden müssen. Die Küche ist typisch dalmatinisch und hervorragend. Wir entschieden uns für die Scampis vom Grill.


Mit einem Blick aus dem Fenster des Restaurants "Luna" in Tribunj, möchte ich es bei dieser Törnbeschreibung belassen.


Das durchweg heitere Wetter in dieser Oktoberwoche war perfekt zum segeln. Mit anfänglicher Antizyklonaler aber abflauender Bora bei 6 - 9 Beaufort und sonstigen in den Nachmittagsstunden wehenden Westwinden mit Stärken um 5 Beaufort. Die Tagestemperaturen ließen auch ausgiebige Schnorchelgänge bei 22 Grad Celsius Wassertemperatur zu. Die Luft Temperaturen lagen in der Mittagszeit zwischen 25 und 30 Grad Celsius.

Für weitere Informationen stehe ich gern zur Verfügung. 

Email: info@sy-manatee.de


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