Auf Wiedersehen Balmain. Sonnenschein, sanfter Wind, beste Ablegebedingungen. Gemütlich fahren wir den Parramatta River entlang, noch einmal durch die Harbour Bridge bis in die Bucht vor Manly. Bisher ging es für uns hierher mit der Fähre. Nun liegen wir mit unserer Manatee an einer Boje und stimmen uns auf das Schaukeln in den Wellen ein.
Unser Ziel ist es, schrittweise mit Tagestouren bis nach Brisbane zu segeln und in den Buchten der Küste zu ankern. Nördlich von Sydney befindet sich einer der ältesten Nationalparks Australiens, der Ku-ring-gai Chase Nationalpark. Unser erster Halt wird die Refuge Bay. Um uns herum Natur pur, ein kleiner Wasserfall am Ufer und Vogelgezwitscher. Wir sind begeistert. Das komplette Gegenteil zu unserem vorherigen Stadtleben. Wir wechseln mehrmals die Buchten und freuen uns, hier zu sein.
Auch unsere nächsten Stopps entlang der Küste laden zum Verweilen ein.
Die Nelson Bay breitet sich wie ein großer See vor uns aus. Wir liegen ruhig an einer Boje, beobachten kleine Segelregatten, ein Delfin umkreist unser Boot und am Ufer können wir bis zu den Mangroven am Strand spazieren. Versorgungsmöglichkeiten sind zwar nicht um die Ecke, aber gut erreichbar. Auf jeden Fall eine Empfehlung.
Für die Hafeneinfahrt in Port Macquarie bereiten wir uns gut vor. Je nach Wetter und Gezeiten bauen sich ordentliche Wellen auf und machen das Passieren nicht einfach. Wir befolgen die Vorschrift, legen unsere Schwimmwesten an und behalten die Richtungslichter immer im Blick. Die beste Zeit für die Einfahrt ist bei auflaufendem Wasser, also Flut oder genau zur Slack Time. Das ist die kurze Zeitspanne zwischen den Gezeitenwechseln. Wir kommen gut durch und können verschnaufen.
In der offenen Bucht vor Arakoon werden wir ganz schön durchgeschaukelt. Wir bleiben nur über Nacht und ziehen am frühen Morgen weiter.
Den Hafen von Coffs Harbour kennen wir bereits und freuen uns, wieder hier zu sein. Der neue Service, das Marina Auto zu nutzen, macht die Versorgung einfach. Und schließlich gibt es eine schöne Überraschung. Wir treffen mal wieder Segelfreunde, die mit ihrem Katamaran sogar am gleichen Steg liegen. So sind die Wege kurz, um Geschichten und neue Erfahrungen auszutauschen.
Wir planen unser nächstes Projekt. Das Unterwasserschiff unserer Manatee muss dringend erneuert werden. In der Rivergate Marina in Brisbane bekommen wir zeitnah einen Termin. Von dort können wir auch ein paar Tage nach Fidschi fliegen, um unser Touristenvisum zu verlängern.
Also machen wir uns wieder auf den Weg. Wechselhaftes Wetter und drehende Winde begleiten uns, bis wir entspannt den Brisbane River hinauffahren. Vom Marina Office wurden wir informiert, dass man beim An- und Ablegen an den Stegen die Gezeiten beachten soll. Diesmal ist nicht die Welle, sondern die starke Strömung die Herausforderung. Also passen wir die richtige Zeit ab und kommen gut an unseren neuen Liegeplatz.
Die Umgebung ist schnell erkundet. Hier sind vor allem Firmen und Gewerke ansässig. Der Fährhafen ist leider nicht in der Nähe. Wir müssen uns ein Uber Taxi nehmen. Dann genießen wir die entspannte Fahrt mit der Fähre bis in die City. Den ersten Überblick verschaffen wir uns bei einer Runde mit dem Brisbane Riesenrad. Anschließend schlendern wir durch die Straßen von Brisbane, durch den botanischen Garten und am Ufer des Flusses entlang. Uns gefällt es! Eine schöne Stadt.
Schließlich geht es für uns zum Kranen und unsere Manatee kommt an Land. Jetzt wird geputzt, geschliffen, gestrichen und repariert. Geschafft! Wir freuen uns, das Boot wieder schwimmen zu sehen. Doch nach kurzer Zeit am Steg meldet sich einer unserer Sensoren mit seinem Alarmton. Wir haben Wasser im Motorraum. Nach einigem Suchen finden wir die Ursache, prüfen alle Reparaturmöglichkeiten und kommen zu dem Schluss: Wir müssen noch einmal raus.
Wir dichten die Stelle behelfsmäßig ab und pumpen täglich die Pfütze mit Wasser ab. Und so kommt es, dass wir zwei Wochen später wieder in den Kranseilen hängen, um den Schaden zu beheben.
Zufrieden mit unserer Arbeit geht es zurück ins Wasser und ein paar Tage später den Fluss zurück bis nach Manly, einem schönen Hafenort in der Moreton Bay am Pazifik. Hier lassen wir unseren Generator prüfen, der uns in der letzten Zeit Sorgen bereitet. Der Service kommt an Bord und unser Gerät wird ausgebaut, um einen neuen Motor zu bekommen. Natürlich dauert das, da die Ersatzteile erst bestellt und geliefert werden müssen. So kommt es, dass wir hier länger verweilen als geplant.
Das Schöne ist, dass wir uns hier sehr wohlfühlen. Die Menschen sind freundlich. Das sonnige Winterwetter mit etwa 20 °C am Tag ist sehr angenehm, um auf dem langen Küstenweg zu spazieren oder zu radeln. Wir sehen hier zum ersten Mal die in Australien heimischen schwarzen Schwäne am Ufer. Es gibt sehr gute Einkaufsmöglichkeiten. Die Markttage am Wochenende sind in der gesamten Umgebung beliebt und ein Anziehungspunkt für Familien und auch für uns. Die Bahnstation ist in 15 Minuten erreichbar und wir fahren für 50 Cent pro Person bis in die City von Brisbane. Perfekt!
Zwischendurch mieten wir uns mal ein Auto, um schnell Ersatzteile zu beschaffen. Und weil es uns im Coomabah Nationalpark so gut gefallen hat, fahren wir noch einmal dorthin, um die dort lebenden Kängurus zu bestaunen und zwischen den Ästen der Eukalyptusbäume Koalas zu entdecken.
Für weitere Informationen stehe ich gern zur Verfügung.
© by Heike und Frank Reinecke
sponsored by www.yachtgutachten.eu